05. März 2026 – Sapporo

Da ich etwas Schlaf nachholen musste und gestern spät wurde bin ich heute etwas später gestartet. Dank den Putzfrauen und den hellhörigen Wänden aber auch nicht zu spät. Als erstes hab ich mich mit einem leckeren Curry auf der Straße gegenüber gestärkt.

Danach ging es dann am Odori Park vorbei zum Clock Tower. Der nette Guide im Inneren hat mit allen Leuten gequasselt, auch mit mir und auch ein Foto für mich gemacht.

Weiter zum Former Hokkaido Government Office Building. Habe mir unterwegs einen Kaffe aus dem Kühlregal geholt, ohne Milch, null Kalorien. Schmeckte aber Scheisse.. wie kälter Kaffee. 😅

War ganz nett, sehr Amerikanisch. Bin aber Recht schnell durch. Also nächstes stand das Hokkaido University Museum auf dem Plan. Der Typ auf dem Foto mit mir war hier auch ein paar Mal zu sehen (Dr. William Smith Clark), der scheint hier bildungstechnisch einen starken Eindruck hinterlassen zu haben. Das Museum war nicht schlecht, viele verschiedene kleine Ausstellungen, meist mit Forschung verbunden. Einige Tierpräparate, sowas sieht man nicht so oft. Und Bären gibt es in Japan ja wirklich. Habe zum Glück noch keinen echten gesehen.

Danach bin ich über den Sapporo Bahnhof (den ich bis jetzt noch nicht gesehen habe) –

über den Underground Pedestrian Space wieder Richtung Susukino (dort ist das Hotel) wieder zurück. Den Eingang zu finden war gar nicht so einfach, bin eine Weile im den Bahnhof herum geirrt.

Durch den späten Start habe ich heut also nicht so viel geschafft. Warum schließt auch alles gegen 17-18 Uhr, wenn es dunkel wird. Aber die Sehenswürdigkeiten sind hier überschaubar. Die Kälte ist echt anstrengend, aber es ist schön, so viel Schnee im sich zu haben. Überall sind weiße Flächen, hohe Schneeberge, wie ich wie ich sie in Deutschland vor 20 Jahren vielleicht Mal gesehen habe.

Heute Abend gibt es für mich Jingisukan (Dschingis Khan) zum Abendessen, eine Spezialität Hokkaidos.

Man muss es selber machen und eigentlich wollte ich All you can eat, das geht aber erst ab zwei Personen.  War trotzdem lecker und interessant. Leider stand nicht da, aus welchem Teil des Lammes das Fleisch war. Lamm, „besonderes“ Lamm und Hammelfleisch waren die Sorten.

04. März 2026 – Umstieg in Tokyo nach Sapporo

Haneda Flughafen Terminal 2

In Haneda angekommen, wollte ich meine eSim aktivieren. Leider hat es nicht funktioniert. Also erstmal W-Lan finden und rausfinden wieso. Stellt sich heraus, dass man Roaming aktivieren muss. Kann ja niemand ahnen, sowas stellt man ja wegen den Gebühren eigentlich nicht ein. Egal, nun günstiges Internet in Japan ohne W-Lan-Hopping.

Ich hatte aber auch nicht viel Zeit, und wie sich herausstellt musste ich den Koffer wieder holen und neu einchecken. Das wurde mir in Frankfurt anders mitgeteilt. 🙄 Das setzte mich etwas unter Druck.

Eigentlich wollte ich noch die Welcome Suica Card holen, eine Karte mit der man einfach die Busse und Bahnen bezahlen kann. Hab sie extra vorbestellt. Am Schalter angelangt hieß es ich müsse warten. Das wollte ich nicht, also Bestellung gecancelt, jetzt muss ich in Sapporo eine normale holen. Bin dann wieder eingecheckt anstatt erst mal Geld abzuheben.  Hinter dem Check In hab es nur einen Automaten und da haben beide Karten nicht funktioniert. Toll. Hoffe, es gibt in Sapporo kein Problem – sonst hab ich ein Problem. Läuft also alles nicht ganz so flüssig wie bisher.

Man soll nur 10 Minuten vor dem Boarding am Gate sein. Und tatsächlich hat das gereicht. Wahnsinn.

Flug war kurz, Geld abheben hat hier geklappt (puh), nächster Plan war Ebisoba Ramen, eine Empfehlung des Internets. Sie Schlange war so lang, dass ich mich dagegen entschieden habe, schade. Also ab zum Hotel und in Sapporo was zu essen suchen.

Die 🐍

Nach dem einchecken endlich geduscht, bin ich zum Hauptlokal des Ebisoba Ichigen, konnte dabei die Stadt erkunden. Das Hauptlokal war fast voll, aber Platz war da. Das besondere ist, dass die Brühe hier auf Shrimps basiert (meist Nur Soya/Miso, manchmal Schweineknochen). War definitiv lecker. Aber ich hätte ungern dafür solange gewartet wie ich am Flughafen hätte müssen.

Nebenbei habe ich einiges von Susukino, dem lebendigsten Stadtteil von Sapporo gesehen.

Im Anschluss bin ich noch die Tanukikoji Shopping Street entlanggelaufen.

Dort gibt es das in Japan in den lebendigen Vierteln übliche, Gashapon, Patchinko, Maid-Cafes, Läden mit Greifarm-Slots und Geschicklichkeitsspielen, Bars die auf Spass und Alkohol aus sind, u.s.w. Also jede Menge Spaß und Glücksspiele.

An einem Geschicklichkeitsspiel hab ich mich auch ausprobiert, hat Spaß gemacht und war gar nicht mal teuer, 50 Cent für knapp 15 Minuten, maimai Circle. Gibt’s nur leider in Deutschland nicht.

Danach hab ich noch einen Abstecher zum Odori Park gemacht, mit Aussicht auf den Fernsehturm (auf das hochfahren verzichte ich dankend). Das Wetter war übrigens die ganze Zeit bescheiden, Regen bis Schneefall.

Und weil ich noch nicht lange genug wach bin, hab ich am Ende einen Abstecher in die Precious Hall gemacht. Anscheinend sehr bekannt für das fabelhafte Soundsystem, eines der besten Japans und auch international angeblich bekannt.

Mehr Fotos gibt’s aber nicht, da drinnen keine Fotos erlaubt waren. Der Sound war echt gut, die Musik für mich etwas zu ruhig (aber laut!), aber hat Spaß gemacht. Jetlag scheint bei mir das Gegenteil zu bewirken, aber wenn man schon mal hier ist..

03. März 2026 – Die Reise beginnt

Heute geht es los. Es wird anstrengend,oder Flug ist immer eine Herausforderung für sich.

Um 6 Uhr fuhr der Zug nach Frankfurt. Da ich bei sowas immer leicht aufgeregt bin, bin ich schon seit 3 Uhr wach.

Erst mit dem ICE und dann um 07 an Frankfurt. Um 8 habe ich den Koffer schon eingecheckt und bin durch die Sicherheitskontrolle durch. 

Die benötigten Reisemittel

Nun habe ich noch 3:45h Zeit bis der Flieger startet. Da ich den Rest verderbliches von Zuhause mitgenommen habe muss ich hier nicht überteuertes essen kaufen. Auch die 100ml Regel war einmal. D.h. ich konnte eine Flasche Wasser mitnehmen, schön.

Im Flugzeug selbst wurde die Sicherheitsunterweisung digital mit einem Pokémon-Video vermittelt. Ein schöner, lustiger Start – da lohnt es sich doch mit der japanischen Airline zu fliegen.

Frühstück

Zum Trinken gab es für mich Sake – eine gute Einstimmung. Das Bier – Kirin – gibt’s bei jedem deutschen Japaner. Bei meinem letzten Langstreckenflug gab es nur eine Flasche Wasser für jeden. Aber da mussten wir auch Maske tragen, 2020. Da macht das hier direkt wieder mehr Spaß.

Mittagessen im Flugzeug

Der Flug war lang und anstrengend, schlafen konnte ich auch nicht, aber irgendwann war es geschafft. Und zwar eine Stunde früher als geplant. Um 07.45 Ortszeit sind wir gelandet, nach 12 Stunden und 10 Minuten.

Bald ist es wieder so weit..

..am Dienstag, dem 03.03.26 geht es wieder los. Ein neuer Trip nach Japan erwartet mich. Zur Einstimmung und als kleiner Test hier ein paar Fotos von den 3 verschiedenen Ramen, die ich im Januar dieses Jahres verspeist habe.

Takezo am Heumarkt in Köln
Ramen Ippin in Mönchengladbach
Nudelhaus Sano in München

Sushi gab’s am Ende des Monats auch noch.

Mikado Sushi  All you can eat in Siegburg

Ich verzichte lieber, alles vom All you can Eat zu zeigen. 😅 Ramen Ippin hatte die Besonderheit dass das Fleisch und die Brühe auf Hähnchenbasis bestand. War auch okay, aber nicht unbedingt besser.

Im März esse ich sicher mehr Ramen – ich freu mich jetzt schon drauf. 😆

07.04. Abreise Martin – Gastbeitrag

Hallo liebe Leser von Martins Blog, heute bekommt ihr nur etwas von mir (Mira) zu lesen. Es stehen noch drei Beiträge aus, die wird Martin aber sicher in den nächsten Tagen noch hochladen. Jedenfalls dachte ich mir, ich schreibe heute auch einfach mal etwas und erzähle euch, wie mein Tag so war.

Wie ihr ja wisst, war es ein richtiger Akt, Martin wieder nach Deutschland zu bekommen. Ein Flieger nach dem Anderen wurde gecancelt oder verschoben. Aber beim nun vierten Anlauf hat es endlich geklappt. Wuhu. Heute Morgen um 5 Uhr ging der Wecker, früh sollte man meinen, aber ich war um 4 Uhr schon wach weil der Herr permanent Nachrichten bekommen und das Handy vibriert hat. Vollkommen übermüdet haben wir dann unsere Sachen zusammengekramt um uns etwas verspätet endlich auf den Weg zum Flughafen zu machen. Vorher wollte ich noch schnell Geld abheben gehen, da ich nur noch ein paar Yen in der Tasche hatte… und was passiert? Das erste mal für mich in sieben Monaten Japan, dass meine Kreditkarte nicht funktionierte. An keinem Automaten. Den einen konnte ich irgendwann austricksen, indem ich die Aktion zig mal wiederholt hatte und er mir irgendwann dann tatsächlich ein bisschen Geld ausgespuckt hat. Martin hat dann versucht für mich Geld abzuheben, aber bei ihm trat das gleiche Problem auf! Und das trotz gedecktem Konto. Die Bankautomaten in Japan hatten heute also irgendein Problem, aber zum Glück hatte ich durch die mehreren Versuche dann doch genügend Geld, um mir die Fahrt zurück nach Kanazawa leisten zu können.

In der Bahn zum Flughafen haben wir dann nicht schlecht gestaunt. Gestern ist in Japan bzw. insbesondere im Großraum Tokio wie ihr vielleicht wisst der state of emergency, also Notstand, ausgerufen worden. Und trotzdem standen wir 20 Minuten lang gequetscht in der Bahn zum Airport. Also wenn wir jetzt noch immer kein Corona haben, weiß ich auch nicht. Man muss dazu sagen, dass der Notstand in Japan nichts weiter als eine nette Bitte an die Bürger ist, Zuhause zu bleiben. Strafen darf es laut Gesetzeslage in Japan dafür nicht geben. Das erklärt auch, wieso die Bahn heute morgen gewohnt voll war.

Am Flughafen angekommen haben wir nicht schlecht gestaunt, als die Anzeigetafel sämtliche Flüge bis auf Martins als gecancelt anzeigte. Dementsprechend leer war es überall. Ein Gefahrenspot stellt der Flughafen daher aktuell nicht dar, würde ich behaupten. Ob in Martins Flieger allerdings wie im europäischen Raum die Regel gilt, einen Platz freizulassen, weiß ich nicht. Wir werden es erfahren.


Martin hat die ganze Zeit Panik geschoben, er hätte zu viel Handgepäck dabei weil die Beschränkungen spontan auf ein Gepäckstück pro Person reduziert wurden, er aber zwei hatte, wie es auch ursprünglich erlaubt war. Letztendlich war es aber auch nur eine Bitte und kein Muss, da der Mann am Schalter ihn gefragt hat, ob er ein oder zwei Handgepäckstücke dabei habe, und dann nichts negatives dazu gesagt hat.

Dann hieß es auch schon Abschied nehmen, denn so viel Zeit bis zum Boarding blieb durch die lange Wartezeit am Check-In nicht mehr. Weinerliche Fotos erspare ich euch an dieser Stelle dann doch lieber 🙂

Tschüssi

Als Martin dann weg war, habe ich mich auf den Weg nach Kanazawa begeben. 4 Stunden hat es insgesamt gedauert, aber da der Tag ja für uns recht früh begonnen hat, war ich Mittags bereits zuhause. Ich hatte doch tatsächlich das ganze Shinkansen-Abteil für mich allein. Wirklich eine Seltenheit.

Das Wetter heute ist wunderschön, also bin ich obwohl ich wahnsinnig müde war direkt rausgegangen. Die Kirschblüte steht in Kanazawa in voller Blüte, während sie in Tokyo schon abgeblüht war. Einfach so wunderschön! 3,2,1, Ultra-Fotospam.

Nachdem ich ein paar Stunden unterwegs war, bin ich zurück in meine Wohnung und habe angefangen, meine Möbel zu verscherbeln. Denn sollte ich wirklich nächste Woche zurückfliegen, bleibt mir nicht mehr viel Zeit. Bei Lufthansa bin ich heute dann endlich mal durchgekommen, nach tagelangen fehlgeschlagenen Versuchen. Angeblich würde ich morgen Bescheid bekommen, wann mein Flieger geht. Es bleibt spannend!

Euch noch einen schönen Tag und ich hoffe, ihr hattet Spaß beim Lesen meines Gastbeitrages. 😀

Eure Mira

06.+07. April – Heimreise

Am Montag haben wir letzte Vorkehrungen getroffen, die Sachen tetris-mäßig in die Koffer verstaut und auch ein wenig zur Post gebracht und es zu verschicken. Mira fährt morgen ja nach Kanazawa zurück und kann auch nicht unendlich viel schleppen, und ich muss auch noch tragen können, was ich mitnehme. So haben wir ein Paket verschickt, was allerdings länger dauern kann, da der internationale Paketversand durch Corona wohl lahmliegt. Da wir zeitig mit allem fertig waren, sind wir nochmal in die Innenstadt gefahren, und diesmal hatte der Laden, in den Mira wollt auch auf. So konnte sie doch noch ein bisschen shoppen. Abends sind wir dann am Einkaufszentrum im Bahnhof nochmal lecker essen gegangen, im früh ins Bett zu gehen.

Denn mein Flieger fliegt am Dienstag um 09 Uhr. Wir sind um halb 06 aufgestanden und haben uns fertig gemacht. Nach dem auschecken mussten wir feststellen, dass es irgendwelche Probleme beim Geld abheben gab. Beim nächsten ATM konnten wir aber zum Glück wieder Geld abheben. Das war schonmal kein guter Start in den Tag.auf zur Bahn. Die war in die Uhrzeit komplett gefüllt. Mit soviel Gepäck ziemlich Scheisse. Aber auch das haben wir hinbekommen. Am Flughafen war nicht viel los. Logisch, die meisten Flüge flogen ja auch nicht

Aber am Lufthansa-Schalter war eine riesige Schlange. Hauptsächlich deutsche und alle für den einen Flug der heute fliegen soll, wow. Nach ein wenig warten könnte ich Einchecken und nach einem langen und traurigen Abschied von Mira bin ich durch die Sicherheitskontrolle. Fast alle Läden dahinter hatten zu, nur die ein oder andere Fressbude und Duty Free hatte offen. Der Flug startete dann auch pünktlich und ohne Probleme.

03.-05. April – Shibuya/Yokohama/Tokyo Tower

Heute haben wir uns entschieden, nochmal nach Shibuya zu fahren, da wir gestern nicht viel davon hatten. Ich muss eh ein wenig mein Geld zusammenhalten, da ich nun ein paar Tage länger hierbleiben muss, abrmer nicht mehr Geld zur Verfügung hatte. Viel gibt es auch nicht zu erzählen, wir fingen mit bummeln in Solomachi – die Einkaufspassage unter dem Sky Tree – an und sind dann nach Shibuya gefahren. Dort sind wir zu Shibuya 109 wo Mira sich austoben konnte, und danach Sushi essen gegangen. Da wir morgen leider unser Zimmer wechseln müssen, weil unser Zimmer schon weitervermietet wurde, und ich ja 3 Tage länger bleiben muss (mein Flug wurde mittlerweile von Montag auf Dienstag verschoben), sind wir auch zeitig nach Hause um unsere Sachen schonmal final zu packen. Wie das so ist, kommt man aus dem Urlaub meist mit mehr heim, als man anreist, also ist da auch ein wenig logistisches Packen und Zeit gefragt.

Am nächsten Tag sind wir früh raus, haben unser gesamtes Zeug gepackt und sind zur nächsten Bahn. Die Haltestelle hatte leider viele Stufen und keine Treppen. Ausserdem haben wir festgestellt, dass diese Bahn direkt zum Flughafen durchgefahren wäre. Schade. Dafür haben wir jetzt noch zwei Tage in Yokohama, und der Weg zum Flughafen ist insgesamt kürzer. Nachdem wir endlich am Hotel angekommen sind, haben wir unsere Sachen abgegeben und sind erst Mal Mittagessen gegangen. Sofort fällt auf, das leicht ausserhalb Tokio alles ein wenig billiger ist (und in unserem Falle das Essen auch echt lecker war). Dann sind wir nach Yokohama um noch ein bisschen zu bummeln, ausserdem war da ein Laden, in den Mira wollte. Nachdem wir diesen gefunden hatten, der war ziemlich gut versteckt in einem Hochhaus durften wir feststellen, dass dieser als einziger Laden in diesem Hochhaus zu hatte (Grund sollte klar sein, auch wenn es lächerlich ist, da alles andere aufhatte). Auf dem Rückweg sind wir Mal wieder an einer Taito Game Station vorbei, diesmal aber nur um zu schauen. Für diese Geldfresserspiele war unser Budget mittlerweile auch einfach zu gering. Dann haben wir eine Gruppe von zwei Jungens und einem Mädchen zugeschaut wie sie versucht haben einen Plüschhasen rauszuziehen, was diese auch relativ schnell geschafft haben. Einer der Jungs lief wieder zielstrebig auf uns zu, und drückte Mira den Hasen in die Hand. Das zweite Mal in diesem Urlaub. Beim ersten Mal haben wir es noch irgendwie verstanden, aber dieses Mal machte es keinen Sinn. Wir haben es nicht davor probiert, oder Andeutungen gemacht, das wir den wollen. Ich hab nur kurz davor Mal auf den Hasen gezeigt, so wie auf einige Sachen in der Spielhalle. Wieso also? Wir sind davon ausgegangen, dass die den Hasen für das Mädel gewinnen wollten. Die Gruppe ist danach auch wieder abgezogen, so das unsere Fragen unbeantwortet blieben. Das war’s auch schon für den Samstag.

Sonntag haben wir gemütlich angehen lassen, sind schön frühstücken gegangen und gegen Nachmittag nach Tokyo gefahren. Der heutige Plan war der Tokyo Tower. Wir haben uns an dem Schrein in der Nähe ein Plätzchen gesucht, wo auch zwei Kätzchen unterwegs waren, und von dem man eine schöne Aussicht durch Kirschblüten auf den Tower hatte. Wir haben den Sonnenuntergang und das langsame Angehen der Beleuchtung des Towers abgewartet. Sah sehr schön aus. Danach sind wir auch hingelaufen, haben uns aber dagegen entschieden, hochzufahren. Wir waren beide schon oben, Mira mehrmals, und für mich ist das eh nichts, ausserdem sollte man dann nicht erst wenn es dunkel ist hochfahren. Und ja, merkwürdigerweise hatte der Tokyo Tower offen, wir haben es nicht verstanden.

31. März-02.April – Nakano/Megurogawa/Harajuku

Am Dienstag bin ich dann allein losgezogen, weil Mira sich überhaupt nicht fit gefühlt hat, und habe mich entschieden nach Nakano zu fahren. Von Nakano habe ich erfahren, als ich nach Alternativmöglichkeiten geschaut habe. Vom Bahnhof aus gab es eine kleine Einkaufsstraße, die zum „Nakano Broadway“ führte, ein 5-stoeckiges Einkaufszentrum. Das Erdgeschoss war mit allerlei normalen Läden gemischt, während die beiden Stockwerke darüber voll mit nerdiger Popkultur und zwischendurch Uhren- und Schmuckgeschäften übersät war. Im Gegensatz zu Akihabara, wo alles leuchtend überfüllt war, und man von den Verkäufern regelrecht bedrängt würde, war hier aber alles gemütlich. Die Verkäufer hatten einen in Ruhe gelassen, und nichts wirkte aufdringlich. Ausserdem habe ich in einem Geschäft, bei dem der Rolladen halb unten war, man es also nicht betreten konnte, einen Verkaufsautomat, oder besser ein Gatcha-Automat (welchen der Artikel man genau erhält, bleibt dem Glück überlassen), den man sehr wohl noch erreichen konnte, gesehen, von dem ich lange dachte, es wäre nur eine Legende. Aber anscheinend sind in manchen Ecken die Japaner echt so verrückt.

In obersten Geschoss war eine Hälfte irgendwie leer, überall heruntergelassene Rolläden, hier und da ein paar Gruppen laut lachender Teenager hat das ganze etwas gruselig gemacht. Die andere Hälfte der Etage war dann gemischt mit allen nötigen Läden, vom Puppengeschäft zum Spielzeugraumschiffgeschäft. Im Kellergeschoss war eher eine Art Markt, wo man Obst, Gemüse, Fleisch und so kaufen konnte. Außerdem, und dafür ist Nakano bekannt, ein Eis mit 8 Kugeln übereinander! Für umgerechnet schlappe 7 Euro konnte man die Kalorienbombe erwerben. Allein war mir das doch etwas zu viel, außerdem sah es sehr unhandlich aus.

Wegen zuviel Zeit hab ich noch ein bisschen die Umgebung des Einkaufszentrums erkundet. Nach der Heimfahrt bin ich noch ein bisschen in unserer Umgebung spazieren gegangen, welche mit dem Sumida Fluß und dem Sky Tree echt schön ist, und dann auch langsam nach Hause.

Am nächsten Tag hat es geschüttet wir aus Kübeln, noch so ein Tag mit einfach nur beschissenem Wetter. Mira war immernoch nicht so fit, und bei dem Wetter hat es mich gegraut, länger rauszugehen, vor allem da meine Tour hauptsächlich draussen stattfinden würde, da ja Museum und Touristenspots geschlossen haben. So haben wir den Tag hauptsächlich drinnen verbracht, sind abends noch zu dem leckeren Ramen-Restaurant in der Nähe, und wollten uns einen schönen Abend machen, als ich entdeckte (selbst gesehen, keine Mitteilung bekommen), das mein neuer Flug mit der Lufthansa auch gecancelt wurde. Es war zu erwarten, da am Montag von auswärtigen Amt die Mail kam, das die Lufthansaflüge diese Woche aufgrund irgendwelcher Personalprobleme ausfallen, aber während die anderen beiden sofort als gecancelt angezeigt wurden, ist das bei meinem erst heute passiert. Nach langem Hin und Her haben wir es geschafft, bei der deutschen Lufthansa anzurufen (die japanische hatte sofort das Belegtzeichen bei jedem Versuch), und ich konnte meinen Flug auf den nächstmöglichen zwei Tage später verschieben. Nun also erzwungene Urlaubsverlängerung, naja.

Donnerstag ging es Mira wieder besser, und wir sind zusammen losgezogen. Wir haben uns den Meguro-Fluss ausgesucht, da das ein sehr schöner Kirschblütenspot sein soll. Nach knapp einer Stunde Fahrt – der Ort war genau auf der anderen Seite Tokios – sind wir endlich dort angekommen.. und es war ein wirklich schöner Fluß, vollgepackt mit Kirschblütenbäumen an den Seiten. Wir sind den ganzen Weg entlang gelaufen, mit mehreren Pausen um Fotos zu machen.

Das Wetter war sehr schön, aber auch sehr windig. Die Winde kamen in Schüben, aber teilweise war es sehr krass. Einmal mussten wir kurz an eine Mauer, weil ein weiterlaufen fast unmöglich war. Unser nächster Plan war nochmal kurz Shibuya, also sind wir vom Ende des Flußes einfach weiter dorthin gelaufen. Dort lecker Suhsi gegessen, sind wir in Shibuya 109, nur um festzustellen, dass es zumacht – um 19.00. Ausserdem konnten wir in Erfahrung bringen, dass es die komplette nächste Woche zu hat. Unser nächster Plan war Kabukichou und Golden Gai in Harajuku. Bei Golden Gai sind wir dann ausgestiegen. Das soll ein kleines Kneipenviertel sein, das sehr beliebt ist. Wir wissen nicht, welche Faktoren falsch waren, oder ob man bestimmte Sachen wissen muss, aber wir sind durch die paar Gässchen gelaufen und fanden keine Kneipe, die irgendwie ansprechend war. Entweder leer, zu voll, zu schäbig, zu teure Cover Fee, sowas wie Eintritt. Somit haben wir es dabei belassen, nur zu beobachten. Dasselbe galt für Kabukichou, welches das Rotlichtviertel sein soll. Sehr viel Geblinke, Musik von überall, definitiv ein Partyviertel. Irgendwann, wenn die Umstände besser sind, werde ich dort vielleicht Mal feiern, aber heute hat uns ein Beobachten gereicht. Wir sind auch an einer ganzen Reihe sogenannter Love Hotels vorbeigekommen. Diese nehmen Geld für ein paar Stunden Aufenthalt, und wie man diesen verbringt, deutet der Name schon an. Da Prostitution ja offiziell verboten ist in Japan, sind das die perfekten Orte, um solche Dienstleistungen trotzdem anbieten zu können. Die Preise gingen von 50€ aufwärts ab 3 Stunden und die Hotels gingen von schäbig bis sehr pompös. War auf jeden Fall ein interessanter Eindruck. Danach sind wir nach Hause gefahren und so ging auch dieser eigentlich vorletzte Tag für mich in Japan zu Ende.

28-30. März – Akihabara/Takeshitadori

Okay, ich bin zwar endlich wieder zuhaus, aber trotzdem kommen noch die letzten Tage (chronologisch nach 6 Jahren nun endlich richtig eingeordnet):

Heute sind zum Mekka der Nerds gefahren, Akihabara, die Elektrostadt in Tokyo gefahren. Dort findet man alles zum Thema Popkultur und Elektronik, zusätzlich noch Pachinko und Crane Game ohne Ende. (Pachinko ist eine Art Glücksspiel, bei der man auch sein Geld vermehren kann, ich hab es in meinem ersten Urlaub hier einmal kurz gespielt und nicht verstanden – aber in Japan scheint es sehr beliebt zu sein). Wir gingen erst zu einer Essensstrasse, wo ich damals leckeres Ramen gegessen habe, aber diesen Laden haben wir leider nicht wiedergefunden. Vielleicht gibt’s ihn auch nicht mehr. Der Döner, der damals dort war, ist auch verschwunden. Nur die Ladenruine war noch übrig (Jeder der drei Döner die ich bis jetzt gesehen habe, sah übrigens eklig aus). Viel gibt es nicht zu erzählen, wir haben viel Zeit damit verbracht uns alles dort anzusehen und zu stöbern, und haben hier und da ein paar Sachen gekauft.

Je nachdem wieviel Zeit man sich nimmt, kann man Stunden in einem Gebäude verbringen, da hier alle Gebäude 6-10 Stockwerke haben, mit jeweils verschiedenen Firmen drin. Auch ist Akihabara für seine Maid-Cafes bekannt, in denen man von jungen als Maid verkleideten Frauen bedient wird. Diese machen auch auf der Straße, teilweise recht penetrant, Werbung. In einer Seitengasse standen ca 20 dieser Damen, in verschiedenen Kostümen, was ein bisschen rotlichtmäßig wirkte. Ausserdem war es gegen Nachmittag recht kalt, und da diese alle knapp bekleidet waren, fragt man sich doch, was das soll. Spass kann das doch nicht mehr machen. Auch wenn wir längst nicht alles dort gesehen haben, haben wir uns irgendwann auf den Heimweg gemacht, und bei uns in der Nähe zu Abend gegessen.

Am nächsten Tag wurden aus den über 15° plötzlich 0 und es schneite ziemlich stark, abgesehen davon dass es sehr kalt und windig war.

Wir haben uns mit dem Freund von einer Bekannten von Mira getroffen, der hier auch wegen des Bachelors arbeitete und wollten in ein Cafe gehen, das er empfahl. Dies hatte aufgrund der Coronawarnungen an diesem Sonntag (und nur diesem) leider zu. Zum Glück hatte ein recht leckerer Ramenladen nebenan offen und so aßen wir dort Mittag und plauderten eine Weile. Da das Wetter nicht wirklich besser wurde sind wir den halben Tag im Hotel geblieben, um dann abends noch ein bisschen spazieren zu gehen und essen zu suchen. Wir sind zur Asahi Beer Brewery gelaufen, haben aber nicht wirklich ein ansprechendes oder offenes Restaurant gefunden, also haben wir uns Kombini-Essen geholt und einen faulen Abend gemacht.

Schade, aber was bleibt, wenn Corona und Wetter gegen einen spielen. Eine nette Anekdote bei unserer Essenssuche: Als wir in kleinen Seitenstraßen auf eine Kreuzung kamen, kam eine junge Japanerin von rechts, die unseren Weg kreuzte; als sie uns erblickte, rannte sie wie von einer Hummel gestochen los, und wurde als sie die nächste Seitenstraße einbog wieder langsam. Wir können nur vermuten, aber es kam uns vor wie mit Dummheit gepaarter Rassismus vom Feinsten.

Montag wiederum wurde es wärmer und wir planten in Westen Tokios unsere Reise. Zuerst Yoyogi-Park. Gleiches Spiel, im Netz steht nix, aber der Park hat wegen Corona zu. Tja. Die Einkaufsstraßen sind offen, aber der Park ist natürlich zu gefährlich und wird geschlossen. Immerhin hatte der Park, der zum Meiji-Schrein führte, offen. So haben wir kurz den Meiji-Schrein besucht, welcher erschreckend wenig Besucher hatte, wenn man ihn mit den umliegenden Einkaufsstraßen vergleicht.

Eine davon war unser nächstes Ziel, die Takeshita-dori. Hier war alles offen und belebt, wenngleich nicht so überfüllt wie sonst. Das ist eher die Alternativ-Shopping-Meile, wo aber vor allem Frauen ihren Shopping-Spaß haben. Mira war sehr erfreut, dass es nicht überfüllt war, und so sind wir in den nächsten Stunden bummeln gegangen und haben die teilweise echt schrägen Läden betrachtet, die es dort gab. Die japanischen Crepes haben hier ihren Ursprung und davon gab es auch jede Menge, teilweise direkt nebeneinander.

Unser nächster Plan war Shinjukus Kabukicho und Golden Gai, da Mira sich aber den ganzen Tag nicht so fit fühlte, haben wir das gelassen und sind am Sky Tree essen und dann nach Hause gegangen.